Herbstzeit ist Erntezeit. Eine leckere saure Gurke verleihen die Medienfrauen von ARD, ZDF und ORF alljährlich den Fernsehbeiträgen, die Frauen verschweigen, in denen Frauen über ihren Körper definiert werden oder die ZuschauerInnen überidealisierte Rollenbilder aufzwingen.
Letzteres besonders gut gelungen ist nach Auffassung der Medienfrauen in diesem Jahr dem ARD-Programmdirektor Günter Struve:
Seinem steten Bemühen verdanken wir die Einführung frauenaffiner Formate im öffentlichen-rechtlichen Fernsehen. Vom Aussterben bedrohte Rollenklischees wurden erfolgreich reanimiert. Sie finden sich inzwischen an immer mehr Abenden zur besten Sendezeit in Werken wie „Liebe nach Rezept“ oder „Der Traum ihres Lebens“ und ganz besonders in „Ein Wink des Himmels“ aus der Reihe „Der Arzt vom Wörthersee“, gesendet am 23. März 2008 um 20.15 in der ARD und in ORF 2. Herrlich – wie in traumhafter Landschaft schöne Menschen trotz aller Intrigen und Schicksalsschläge ihren Platz finden: die hingebungsvolle Ärztin und ihr intrigantes Gegenstück, die fürsorgliche Therapeutin, die lebenskluge Großmutter, die patente Pensionswirtin, die mutige Postbotin, die erfolgreiche Managerin, die blonde, tief dekolletierte Sekretärin. Zum männlichen Personal gehören der schlitzohrige Bürgermeister, der geniale Arzt, der falsche Pfarrer und der fiese Geschäftsführer. Nicht zu vergessen: eine Schar wohlerzogener Kinder. Eben Menschen wie du und ich, die wir ohne Günter Struve nie kennen gelernt hätten. Wir sind ihm zu Dank verpflichtet. (http://www.saure-gurke.info/Gurke.html, 07.09.2008)
Eine Trostgurke haben die Medienfrauen an Carmen Nebel vergeben.
Geneigte ZuschauerInnen können übrigens Vorschläge für die Gurkenvergabe einreichen, wie ich der Gurkenhomepage entnehmen konnte. Also, Fernsehen gurken!