…so fangen Utopien an. Auf Spiegel online werden hin und wieder gegenderte Wunschvorstellungen ausgestreut um das emanzipierte Publikum zu unterhalten. Wie Frauen im Jahr 2020 arbeiten skizziert demnach eine Studie der Deutschen Bank. Frauenerwerbsarbeit auch in gut bezahlten Spitzenposition kombiniert mit fair geteilter Familienarbeit zwischen Mann und Frau scheinen in 12 Jahren eine Selbstverständlichkeit zu sein. Eine ganz zentrale Rolle für die Realisierung dieses nur allzu wünschenswerten Zustandes ist laut dieser Studie die Eigennützigkeit deutscher Unternehmen, die ohne Frauen so langsam ihre Felle davon schwimmen sehen.
Grundsätzlich begüße ich ja jede Einsicht in die Befähigung von Frauen im Job und von Männern beim Babys wickeln und umgekehrt und gemeinsam und sowieso… Aber wozu braucht es eine Studie, die Überlegungen aufstellt, die schon seit Jahrzehnten, nein, seit Jahrhunderten von Frauenbewegungen als Forderungen formuliert worden sind? Mir sind die Erkenntnisse der Deutsche-Bank-Studie ja keineswegs neu, aber wahrscheinlich kann ich diesen Bewusstseinszustand nicht überall voraussetzen…Insofern trägt die Studie sicher zur allgemeinen Wahrnehmungssteigerung bei. Mir bleibt dann nur noch zu sagen: na endlich!
Tiefe Befriedigung empfinde ich aber sicher erst, wenn jede und jeder sein Berufs- und Familienleben so organisieren oder unorganisieren kann, wie es persönlich genehm ist. Und zwar ohne Vorurteile und Vorbehalte von wo auch immer. Hach, da könnt ich jetzt ewig drüber nachdenken und schreiben. Aber eigentlich wollt ich nur sagen: Die FeministInnen von Deutsche Bank und Spiegel online sollen hoch leben, denn es wird einmal…